Vorbereitungen für das Friedensfest
Nach unserem Gemeindefest im Mai hatte die Gemeinde den Plan gefasst, ein weiteres Gemeindefest in diesem Jahr zu organisieren. Dafür hatte sich in einer Umfrage die Zeit nach den Sommerferien als günstig erwiesen - umso schöner und passender, dass der Weltfriedenstag, den die UN seit den 1980er Jahren am 21.9. ausruft, im Jahr 2025 auf einen Sonntag fiel und mit einer großen Kampagne begleitet werden sollte. So lag es nahe, auch unser Gemeindefest unter das Kampagnenmotto "Frieden ohne Ende" zu stellen.
Unser im vergangenen Jahr entstandener Kontakt zur benachbarten katholischen Gemeinde Mariä Himmelfahrt führte dazu, dass wir den Weltfriedenstag mit einer kleinen Aktion gemeinsam in den Mittelpunkt stellen wollten. So wurde zwischen den Gemeinden und den Gemeindeleitungen verabredet, dass man sich nach den Sonntagsgottesdiensten treffen und gemeinsam mit gemeinsamen Gesang und Gebet für den Frieden eintreten wolle. Als sichtbares Zeichen für dieses gemeinsame Anliegen schlugen wir vor, unsere Kirchengemeinden mit einer Menschenkette zu verbinden - eine Idee, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Die Vorbereitungen begannen: Plakate wurden gedruckt, Verpflegungslisten ausgelegt und gefüllt, Lieder ausgesucht und abgestimmt, Liedzettel erstellt und in den Gemeinden geübt. Zudem hatten wir uns bei der Kampagne angemeldet und wurden Stück für Stück mit Ideen und Materialien versorgt.
Friedensfest mit Wort, Musik und Gemeinschaft
Nachdem am Tag zuvor bereits fleißige Hände Zelte, Tische, Grill und Geschirr aufgebaut hatten, trafen wir uns am 21. September zunächst wie gehabt zum Gottesdienst, den unser Vorsteher Alexander Scholz mit uns feierte. Schon das Textwort stimmte uns auf unser Friedensfest ein: "Friede, Friede denen in der Ferne und in der nähe, spricht der Herr; ich will sie heilen" (aus Jesaja 57,19). Auch der Chor gestaltete den Gottesdienst feierlich mit thematisch passenden Liedern.
Anschließend zog unsere Gemeinde auf den Platz vor der katholischen Kirche, warteten auf das Gottesdienstende der Gemeinde Mariä Himmelfahrt und begingen dann unsere gemeinsame Open-Air-Andacht: Unser Vorsteher eröffnete die Begegnung mit einer kurzen Ansprache und Gemeindemitglieder teilten die Silikonarmbänder aus, die die Aufschrift tragen: Frieden beginnt bei dir - trag ihn weiter. Anschließend sangen wir gemeinsam das Lied "Komm Heil'ger Geist", begleitet von Pater Gimbler an der Gitarre, beteten gemeinsam für den Frieden, sangen "Aufsteh'n, aufeinander zugeh'n" von Clemens Bittler und das bekannte hebräische Lied "Hevenu Shalom Alechem" in deutscher Fassung "Wir bringen Frieden für alle" und bezogen schließlich Aufstellung. Den beinahe gesamten Bürgersteig der Sakrower Landstraße entlang zwischen unseren Kirchen umsäumten die Mitglieder beider Gemeinden, nahmen sich an den Händen und bildeten so ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit der Christen für den Frieden. Nach einem Moment der Stille ließen wir mehrere La-Ola-Wellen hin und her schwappen und machten damit nicht nur eine Welle für den Frieden - eine kleine, simple Aktion und doch ein Zeichen und hoffentlich ein Grundstein für eine schöne und fruchtbare Nachbarschaft. Mehrfach hörten wir rund um diesen Tag noch, wie sehr man sich freue, die bislang nur aus der Ferne wahrgenommene Nachbarschaft nun persönlich kennen gelernt zu haben - oder auch von Passanten, wie schön und wichtig es doch sei, für den Frieden Stellung zu beziehen und nicht nur den anderen Stimmen in unserer Zeit Raum zu lassen.
Die Mittagszeit und den frühen Nachmittag verbrachten wir dann als Gemeinde auf unserem Kirchengrundstück, mit (alkoholfreiem) Sektempfang, buntem Buffet, frisch gegrillter Bratwurst, Bastelangebot und Spielen. Besonders freuten wir uns über den Besuch einiger katholischer Gäste, die die neu gefundene Verbindung noch persönlich vertieften.
Herzlichen Dank allen, die durch ihr Kommen, ihr Mitwirken und ihr Gebet diesen besonderen Tag für den Frieden mitgestaltet haben!
Neuapostolische Kirche